Berufsmaturität Schweiz 2026
Berufsmaturität Revision 2026: Englisch wird Pflichtfach ab 1. März. Neue Prüfungsformate, interdisziplinäres Arbeiten, digitale Kompetenzen. Alle Änderungen.

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Die neue Berufsmaturität ab 2026
Am 1. März 2026 tritt die revidierte Berufsmaturitätsverordnung in Kraft. Die grösste Änderung: Englisch wird Pflichtfach für alle Ausrichtungen. Dazu kommen neue Prüfungsformate und ein stärkerer Fokus auf digitale Kompetenzen.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick
| Bereich | Bisher | Ab 2026 |
|---|---|---|
| Englisch | Je nach Ausrichtung optional | Pflichtfach für alle |
| Prüfungsformat | Klassische Fachprüfungen | Auch interdisziplinäre Prüfungen |
| Digitale Kompetenzen | Nicht explizit verankert | Fester Bestandteil aller Fächer |
| Interdisziplinäres Arbeiten (IDPA) | Projektarbeit | Erweiterter Stellenwert |
| Ausrichtungen | 5 Ausrichtungen | 5 Ausrichtungen (neu strukturiert) |
Englisch wird Pflicht – was bedeutet das?
Für welche Ausrichtungen?
Alle fünf Ausrichtungen der Berufsmaturität müssen ab 2026 Englisch als Pflichtfach führen:
- Technik, Architektur, Life Sciences
- Natur, Landschaft, Lebensmittel
- Wirtschaft und Dienstleistungen
- Gestaltung und Kunst
- Gesundheit und Soziales
Anforderungsniveau
| Kompetenz | Mindestanforderung | Empfohlen für FH |
|---|---|---|
| Leseverständnis | B2 | C1 |
| Hörverständnis | B2 | B2+ |
| Schriftlicher Ausdruck | B1+ | B2 |
| Mündlicher Ausdruck | B1+ | B2 |
Stundenzahl
- Minimum: 240 Lektionen über die gesamte BM-Ausbildung
- Vertiefung möglich: Je nach Schule zusätzliche Angebote
Neue Prüfungsformate
Interdisziplinäre Prüfungen
Neu können Prüfungen fächerübergreifend sein:
- Kombination von z.B. Mathematik und Wirtschaft
- Realitätsnahe Aufgabenstellungen
- Förderung vernetzten Denkens
Beispiel: Interdisziplinäre Prüfung
Aufgabe: Ein Unternehmen plant eine Solaranlage. Berechnen Sie:
- Die Amortisationszeit (Mathematik)
- Die buchhalterische Erfassung (Wirtschaft)
- Die Umweltbilanz (Naturwissenschaften)
Digitale Prüfungselemente
Ab 2026 können Teile der Prüfungen digital durchgeführt werden:
- Online-Recherche während der Prüfung (kontrolliert)
- Digitale Abgabe von Arbeiten
- Computergestützte Berechnungen
Interdisziplinäres Arbeiten (IDPA) gestärkt
Was ist die IDPA?
Die Interdisziplinäre Projektarbeit ist ein zentraler Bestandteil der Berufsmaturität. Sie zeigt, dass Lernende:
- Wissen aus verschiedenen Fächern verknüpfen können
- Selbstständig arbeiten können
- Projekte von der Idee bis zur Präsentation durchführen können
Neuerungen 2026
| Aspekt | Bisher | Ab 2026 |
|---|---|---|
| Umfang | 40 Stunden | 60 Stunden |
| Fächerbezug | Mind. 2 Fächer | Mind. 3 Fächer empfohlen |
| Praxisbezug | Optional | Verstärkt gefordert |
| Digitale Tools | Nicht verlangt | Sollen einbezogen werden |
Digitale Kompetenzen als Querschnittsthema
Was bedeutet das konkret?
Ab 2026 müssen alle Fächer digitale Kompetenzen fördern:
- Deutsch: Digitale Textproduktion, Online-Recherche
- Mathematik: Computergestützte Berechnungen, Statistiksoftware
- Naturwissenschaften: Simulationen, digitale Laborprotokolle
- Wirtschaft: Digitale Geschäftsmodelle, ERP-Systeme
Prüfungsrelevanz
Digitale Kompetenzen werden auch geprüft:
- Umgang mit Software-Tools
- Datenkompetenz (Analyse, Interpretation)
- Digitale Kommunikation
Die fünf Ausrichtungen im Detail
1. Technik, Architektur, Life Sciences
Schwerpunktfächer:
- Mathematik (erweitert)
- Naturwissenschaften (Physik, Chemie)
- Englisch (neu: Pflicht)
Zielberufe: Ingenieur/in, Architekt/in, Laborant/in
2. Natur, Landschaft, Lebensmittel
Schwerpunktfächer:
- Naturwissenschaften (Biologie, Chemie)
- Wirtschaft und Recht
- Englisch (neu: Pflicht)
Zielberufe: Agronom/in, Lebensmitteltechnolog/in, Umweltingenieur/in
3. Wirtschaft und Dienstleistungen
Schwerpunktfächer:
- Finanz- und Rechnungswesen
- Wirtschaft und Recht
- Englisch (bereits Pflicht, verstärkt)
Zielberufe: Betriebsökonom/in, Wirtschaftsjurist/in, HR-Manager/in
4. Gestaltung und Kunst
Schwerpunktfächer:
- Gestaltung, Kunst, Kultur
- Information und Kommunikation
- Englisch (neu: Pflicht)
Zielberufe: Designer/in, Innenarchitekt/in, Mediengestalter/in
5. Gesundheit und Soziales
Schwerpunktfächer:
- Sozialwissenschaften
- Naturwissenschaften (Biologie)
- Englisch (neu: Pflicht)
Zielberufe: Pflegefachperson FH, Sozialarbeiter/in, Physiotherapeut/in
Übergangsregelungen
Wer ist betroffen?
| Situation | Regelung |
|---|---|
| BM-Beginn vor März 2026 | Altes System bis Abschluss |
| BM-Beginn ab März 2026 | Neues System mit Englisch-Pflicht |
| Wiederholungsprüfungen | Nach ursprünglichem System |
| BM2 (nach Lehre) | Ab Schuljahr 2026/27 neues System |
Tipps für angehende BM-Lernende
1. Englisch frühzeitig aufbauen
Wenn Englisch bisher nicht Ihre Stärke war:
- Sprachkurse schon während der Lehre besuchen
- Apps und Online-Kurse nutzen (Duolingo, Babbel)
- Englische Medien konsumieren (Serien, Podcasts)
2. Digitale Tools beherrschen
Machen Sie sich vertraut mit:
- Office-Anwendungen (Word, Excel, PowerPoint)
- Statistiksoftware (je nach Ausrichtung)
- Präsentationstools
- Kollaborationstools (Teams, Notion)
3. IDPA früh planen
Die erweiterte Projektarbeit braucht mehr Vorlaufzeit:
- Thema frühzeitig wählen
- Praxispartner suchen
- Zeitplan erstellen
Kosten der Berufsmaturität
BM1 (während der Lehre)
- Öffentliche Schulen: In der Regel kostenlos
- Lehrmittel: Ca. CHF 500-1'000
BM2 (nach der Lehre)
- Öffentliche Schulen: Je nach Kanton CHF 0-3'000/Jahr
- Private Schulen: CHF 5'000-15'000/Jahr
Finanzierung
Bei knappen Mitteln gibt es Optionen:
- Stipendien (kantonal)
- Arbeitgeberbeiträge
- Darlehen
FAQ
Muss ich Englisch nachholen, wenn ich schon in der BM bin?
Nein. Wer vor März 2026 mit der BM begonnen hat, schliesst nach dem alten System ab.
Kann ich auch ohne BM an die FH?
Die BM ist der Regelweg zur Fachhochschule. Alternativ gibt es:
- Aufnahmeprüfungen (je nach Kanton)
- Passerelle zur universitären Hochschule
- Sur-Dossier-Aufnahme (selten)
Ist die neue BM schwieriger?
Die Anforderungen steigen leicht durch:
- Englisch als Pflichtfach
- Interdisziplinäre Prüfungen
- Mehr IDPA-Stunden
Aber: Die Vorbereitung auf FH-Studium und Beruf wird besser.
Welches Englisch-Zertifikat wird anerkannt?
Die BM selbst ist ein anerkannter Abschluss. Zusätzliche Zertifikate wie Cambridge (FCE, CAE) oder TOEFL können aber für FH-Studiengänge oder Auslandsaufenthalte nützlich sein.
Fazit
Die Berufsmaturitäts-Revision 2026 macht die BM fit für die Zukunft. Englisch als Pflichtfach, verstärkte digitale Kompetenzen und interdisziplinäre Prüfungen bereiten besser auf Fachhochschule und Arbeitsmarkt vor.
Für angehende BM-Lernende heisst das: Frühzeitig vorbereiten, besonders bei Englisch und digitalen Tools.
Rechtlicher Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine offizielle Beratung. Verbindliche Informationen zur Berufsmaturität erhalten Sie bei Ihrer Schule oder beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).
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