Mindestlohn Schweiz 2026
Mindestlohn Schweiz 2026 nach Kanton: Genf CHF 24.59, Basel CHF 22.20, Luzern CHF 22.75. Welche Kantone haben Mindestlohn? Wer ist betroffen?

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Mindestlohn in der Schweiz: Kein Bundesgesetz, aber Kantone
Die Schweiz hat keinen nationalen Mindestlohn. Aber immer mehr Kantone führen eigene Mindestlöhne ein. 2026 gelten in mehreren Kantonen neue, angepasste Mindestlöhne.
Kantone mit Mindestlohn 2026
| Kanton | Mindestlohn/Stunde | Monatslohn (100%)* | Gültig ab |
|---|---|---|---|
| Genf (GE) | CHF 24.59 | CHF 4'426 | 01.01.2026 |
| Basel-Stadt (BS) | CHF 22.20 | CHF 3'996 | 01.01.2026 |
| Luzern (LU) | CHF 22.75 | CHF 4'095 | 01.01.2026 |
| Neuenburg (NE) | CHF 21.72 | CHF 3'910 | 01.01.2026 |
| Jura (JU) | CHF 21.40 | CHF 3'852 | 01.01.2026 |
| Tessin (TI) | CHF 19.75** | CHF 3'555 | 01.01.2026 |
- Bei 180 Stunden/Monat (Vollzeit 42 Std./Woche)
** Tessin: Branchen ohne GAV CHF 19.75, mit GAV gelten GAV-Löhne
Kantone ohne Mindestlohn
Die meisten Kantone haben keinen gesetzlichen Mindestlohn:
- Zürich, Bern, Aargau, St. Gallen, Thurgau
- Graubünden, Wallis, Freiburg
- Zug, Schwyz, Uri, Obwalden, Nidwalden
- Schaffhausen, Appenzell, Glarus, Solothurn
In diesen Kantonen gelten:
- Gesamtarbeitsverträge (GAV) mit branchenspezifischen Mindestlöhnen
- Normalarbeitsverträge (NAV) mit Mindestlöhnen für bestimmte Berufe
- Freie Lohnvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Genf: Der höchste Mindestlohn
CHF 24.59 pro Stunde
Genf hat den höchsten Mindestlohn der Welt (kaufkraftbereinigt). 2026 steigt er auf CHF 24.59/Stunde.
Jährliche Anpassung
Der Genfer Mindestlohn wird jährlich an den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) angepasst:
| Jahr | Mindestlohn/Stunde | Veränderung |
|---|---|---|
| 2021 (Einführung) | CHF 23.00 | - |
| 2022 | CHF 23.14 | +0.6% |
| 2023 | CHF 23.82 | +2.9% |
| 2024 | CHF 24.12 | +1.3% |
| 2025 | CHF 24.32 | +0.8% |
| 2026 | CHF 24.59 | +1.1% |
Wer ist in Genf betroffen?
Der Mindestlohn gilt für:
- Alle Arbeitnehmer im Kanton Genf
- Unabhängig von Branche oder Qualifikation
- Auch für Temporärarbeit und Praktika (mit Ausnahmen)
Ausnahmen:
- Lernende während der Lehre
- Praktikanten in Ausbildung (begrenzte Dauer)
- Personen in Eingliederungsmassnahmen
Basel-Stadt: CHF 22.20 ab 2026
Staffelung bis Endstufe
Basel-Stadt hat den Mindestlohn gestaffelt eingeführt:
| Jahr | Mindestlohn |
|---|---|
| 2024 (Einführung) | CHF 21.00 |
| 2025 | CHF 21.60 |
| 2026 | CHF 22.20 |
Luzern: Neu ab 2026
CHF 22.75 als Startpunkt
Luzern führt 2026 erstmals einen kantonalen Mindestlohn ein:
- Stundenlohn: CHF 22.75
- Monatslohn (Vollzeit): ca. CHF 4'095
- Jährliche Anpassung: An Teuerung gekoppelt
Politischer Hintergrund
Die Luzerner Stimmbevölkerung hat 2024 der Mindestlohn-Initiative zugestimmt. 2026 tritt das Gesetz in Kraft.
Wer profitiert vom Mindestlohn?
Typische Berufe mit Mindestlohn
| Branche | Typische Berufe | Mindestlohn relevant? |
|---|---|---|
| Gastgewerbe | Service, Küchenhilfe, Reinigung | Ja (ohne GAV) |
| Detailhandel | Verkauf, Kasse, Lager | Ja (oft) |
| Reinigung | Gebäudereinigung, Facility | Ja |
| Hauswirtschaft | Haushaltshilfe, Kinderbetreuung | Ja |
| Landwirtschaft | Erntehelfer, Saisonarbeit | Teilweise |
Wieviele Personen sind betroffen?
Schätzungen zufolge arbeiten in der Schweiz etwa 300'000-400'000 Personen für Löhne unter CHF 22/Stunde. In den Mindestlohn-Kantonen profitieren davon direkt ca. 30'000-50'000 Personen.
Gesamtarbeitsverträge (GAV) vs. Mindestlohn
Was ist ein GAV?
Ein Gesamtarbeitsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. Er regelt:
- Mindestlöhne für die Branche
- Arbeitszeiten
- Ferienanspruch
- Weitere Arbeitsbedingungen
Verhältnis GAV und kantonaler Mindestlohn
| Situation | Was gilt? |
|---|---|
| GAV-Lohn > Kantonaler Mindestlohn | GAV-Lohn gilt |
| GAV-Lohn < Kantonaler Mindestlohn | Kantonaler Mindestlohn gilt |
| Kein GAV vorhanden | Kantonaler Mindestlohn gilt (falls vorhanden) |
Auswirkungen auf Arbeitgeber
Anpassungsbedarf
Arbeitgeber in Mindestlohn-Kantonen müssen:
- Löhne prüfen – Liegen alle über dem Mindestlohn?
- Anpassen – Falls nötig, Löhne erhöhen
- Dokumentieren – Nachweis der Lohnzahlung
Mögliche Folgen
Kritiker befürchten:
- Stellenabbau in Niedriglohnbranchen
- Preiserhöhungen für Dienstleistungen
- Verlagerung von Arbeitsplätzen
Befürworter betonen:
- Kaufkraftsteigerung für Geringverdiener
- Weniger Working Poor
- Stabilere Binnennachfrage
FAQ
Kann mein Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlen?
Nein. In Kantonen mit Mindestlohn ist er verbindlich. Verstösse können gemeldet und geahndet werden.
Was tun, wenn ich weniger als den Mindestlohn erhalte?
- Dokumentieren: Lohnabrechnungen aufbewahren
- Ansprechen: Arbeitgeber darauf hinweisen
- Melden: Kantonales Arbeitsinspektorat informieren
- Einfordern: Differenz rückwirkend verlangen
Gilt der Mindestlohn auch für Teilzeitangestellte?
Ja. Der Mindestlohn ist ein Stundenlohn und gilt für alle Beschäftigungsgrade.
Werden 13. Monatslohn und Boni angerechnet?
Der 13. Monatslohn kann je nach kantonaler Regelung anteilig eingerechnet werden. In Genf etwa wird er auf 12 Monate verteilt.
Warum hat die Schweiz keinen nationalen Mindestlohn?
2014 lehnte die Stimmbevölkerung eine nationale Mindestlohn-Initiative ab (76% Nein). Seither haben einzelne Kantone eigene Mindestlöhne eingeführt.
Budgetplanung bei Mindestlohn
Mit einem Mindestlohn von CHF 4'000-4'400 brutto ist das Budget eng. Umso wichtiger ist es, bei den Fixkosten zu sparen:
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Fazit
2026 haben sechs Kantone einen gesetzlichen Mindestlohn: Genf, Basel-Stadt, Luzern, Neuenburg, Jura und Tessin. Genf führt mit CHF 24.59/Stunde, Luzern kommt neu dazu.
Für Arbeitnehmer in diesen Kantonen bedeutet das eine Lohnuntergrenze, die nicht unterschritten werden darf. In Kantonen ohne Mindestlohn gelten weiterhin GAV-Regelungen oder freie Lohnvereinbarungen.
Rechtlicher Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Rechtsberatung dar. Die genauen Mindestlöhne können sich ändern. Verbindliche Informationen erhalten Sie beim kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit.
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