PFAS und Mikroplastik Verbot 2026
Neue EU-Verbote für PFAS und Mikroplastik gelten auch in der Schweiz. Welche Produkte betroffen sind und worauf Sie beim Einkaufen achten sollten.

PFAS und Mikroplastik sind überall - in Kosmetika, Kochgeschirr, Outdoorkleidung und vielen Alltagsprodukten. Die EU und die Schweiz führen nun schrittweise Verbote ein, um Umwelt und Gesundheit zu schützen.
In diesem Artikel erfahren Sie, was PFAS und Mikroplastik sind, welche Produkte betroffen sind und worauf Sie beim Einkaufen achten sollten.
Was sind PFAS und Mikroplastik?
PFAS - Die «Ewigkeitschemikalien»
PFAS steht für Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen - eine Gruppe von über 10'000 verschiedenen Chemikalien. Sie heissen «Ewigkeitschemikalien», weil sie in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden.
Verwendung: Wasser- und fettabweisende Beschichtungen in:
- Teflonpfannen
- Outdoorjacken
- Lebensmittelverpackungen (z.B. Pizzakartons)
- Kosmetika
- Feuerlöschschaum
Mikroplastik
Mikroplastik sind winzige Kunststoffpartikel unter 5 mm Grösse. Sie werden:
- Absichtlich zugesetzt: In Kosmetik, Reinigungsmitteln, Farben
- Unabsichtlich erzeugt: Durch Abrieb von Reifen, Textilien, Verpackungen
Welche Produkte sind betroffen?
EU-Verbot für absichtlich zugesetztes Mikroplastik
| Produktkategorie | Verbotsdatum | Beispiele |
|---|---|---|
| Glitzer/Pailletten | Oktober 2023 | Glitzerkosmetik, Deko |
| Peeling-Produkte | Oktober 2023 | Gesichtspeelings, Duschgels mit Mikroperlen |
| Kunstrasen-Granulat | 2031 | Sportplätze, Gärten |
| Kosmetik allgemein | 2027-2035 | Lippenstifte, Cremes, Make-up |
PFAS-Beschränkungen (in Planung)
| Produktkategorie | Status |
|---|---|
| Kosmetika | EU-Verbot in Diskussion, Schweiz folgt |
| Textilien (wasserfest) | Beschränkungen geplant |
| Lebensmittelverpackungen | Teils bereits verboten |
| Antihaft-Beschichtungen | Keine kurzfristigen Verbote |
Gesundheits- und Umweltrisiken
Warum sind PFAS problematisch?
| Risiko | Details |
|---|---|
| Persistenz | Werden in der Umwelt nicht abgebaut - Hunderte bis Tausende Jahre |
| Bioakkumulation | Reichern sich im Körper an (Blut, Organe) |
| Gesundheitseffekte | Verdacht auf Krebs, Schilddrüsenprobleme, Immunschwäche |
| Verbreitung | Bereits in Trinkwasser, Böden und Blut fast aller Menschen nachweisbar |
⚠️ PFAS in der Schweiz
Studien zeigen: PFAS sind auch in Schweizer Gewässern und im Trinkwasser nachweisbar - meist unter den Grenzwerten, aber die Langzeitfolgen der alltäglichen Exposition sind noch nicht vollständig erforscht.
So erkennen Sie PFAS und Mikroplastik
Auf dem Etikett achten auf:
| Substanz | Typische Namen auf Etiketten |
|---|---|
| PFAS | PTFE, Perfluoro..., Polyfluoro..., Fluoropolymer |
| Mikroplastik | Polyethylene (PE), Polypropylene (PP), Nylon, Acrylates Copolymer |
Apps und Hilfsmittel
- ToxFox App (BUND): Scannt Barcodes und zeigt problematische Inhaltsstoffe
- CodeCheck App: Bewertet Kosmetika und Lebensmittel
- INCI-Listen online prüfen: Inhaltsstoffe einzeln recherchieren
Alternativen: PFAS- und mikroplastikfrei einkaufen
Kosmetik
| Produkt | Alternative ohne PFAS/Mikroplastik |
|---|---|
| Peeling | Mit Zucker, Salz, Aprikosenkernen |
| Lippenstift | Naturkosmetik-Marken (ohne PTFE) |
| Foundation | Mineralische Foundations |
| Sonnencreme | Mineralischer UV-Schutz (Zinkoxid) |
Haushalt
| Produkt | PFAS-freie Alternative |
|---|---|
| Teflonpfanne | Gusseisen, Edelstahl, Keramik-Beschichtung |
| Backpapier | Ungebleichtes Backpapier, Dauerbackfolie aus Silikon |
| Outdoorjacke | PFC-freie Imprägnierung (viele Outdoor-Marken bieten das an) |
| Lebensmittelbehälter | Glas, Edelstahl statt Plastik |
Tipps für den Alltag
5 einfache Schritte zu weniger PFAS/Mikroplastik
- Naturkosmetik wählen - Labels wie BDIH, NaTrue, Ecocert garantieren Freiheit von problematischen Stoffen
- Fast Food reduzieren - Verpackungen oft PFAS-beschichtet
- Textilien vor dem Tragen waschen - Entfernt einen Teil der Chemikalien
- Kochgeschirr prüfen - Alte Teflonpfannen mit Kratzern ersetzen
- Leitungswasser trinken - In der Schweiz streng kontrolliert
✅ Die gute Nachricht
Viele Hersteller reagieren bereits auf die Verbote und steigen auf Alternativen um. Achten Sie auf Labels wie «PFAS-frei», «PFC-frei» oder «ohne Mikroplastik».
Häufige Fragen
Sind alle PFAS gleich gefährlich?
Nein, es gibt Tausende verschiedene PFAS mit unterschiedlichen Eigenschaften. Einige sind nachweislich schädlicher als andere. Das Problem: Für viele fehlen noch ausreichende Daten.
Muss ich jetzt alle meine Teflonpfannen wegwerfen?
Nicht unbedingt. Solange die Beschichtung intakt ist, werden kaum PFAS freigesetzt. Ersetzen Sie Pfannen mit Kratzern oder verwenden Sie generell Holz-/Kunststoffküchenhelfer.
Ist Schweizer Trinkwasser sicher?
Ja, das Schweizer Trinkwasser gehört zu den sichersten der Welt. PFAS-Werte werden überwacht und liegen meist weit unter den Grenzwerten. Trotzdem wird das Monitoring weiter ausgebaut.
Kann ich PFAS aus meinem Körper entfernen?
PFAS werden nur sehr langsam abgebaut (Halbwertszeit im Körper: Jahre). Am besten reduzieren Sie die weitere Aufnahme. Der Körper baut sie dann langsam ab.
Fazit: Bewusster Konsum lohnt sich
Die neuen Verbote sind ein wichtiger Schritt für Umwelt und Gesundheit. Als Konsumenten können Sie durch bewusste Kaufentscheidungen viel bewirken.
Unsere Empfehlungen:
- Inhaltsstoffe auf Etiketten prüfen
- Zu PFAS-freien Alternativen greifen
- Naturkosmetik bevorzugen
- Einweg-Verpackungen vermeiden
- Bei Outdoor-Produkten auf PFC-freie Optionen achten
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über aktuelle Produktregulierungen. Die genannten Verbote und Beschränkungen können sich ändern. Stand: März 2026.
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