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PFAS und Mikroplastik Verbot 2026

8 min
checkeverything.ch Team

Neue EU-Verbote für PFAS und Mikroplastik gelten auch in der Schweiz. Welche Produkte betroffen sind und worauf Sie beim Einkaufen achten sollten.

PFAS und Mikroplastik Verbot 2026
Hinweis: Dieser Artikel enthält Informationen zu aktuellen Produktregulierungen und dient der Verbraucheraufklärung.

PFAS und Mikroplastik sind überall - in Kosmetika, Kochgeschirr, Outdoorkleidung und vielen Alltagsprodukten. Die EU und die Schweiz führen nun schrittweise Verbote ein, um Umwelt und Gesundheit zu schützen.

In diesem Artikel erfahren Sie, was PFAS und Mikroplastik sind, welche Produkte betroffen sind und worauf Sie beim Einkaufen achten sollten.

✅ Neue Verbote ab 2026Die EU-Mikroplastik-Verordnung und geplante PFAS-Beschränkungen werden schrittweise auch in der Schweiz umgesetzt. Erste Produktkategorien sind bereits betroffen.

Was sind PFAS und Mikroplastik?

PFAS - Die «Ewigkeitschemikalien»

PFAS steht für Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen - eine Gruppe von über 10'000 verschiedenen Chemikalien. Sie heissen «Ewigkeitschemikalien», weil sie in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden.

Verwendung: Wasser- und fettabweisende Beschichtungen in:

  • Teflonpfannen
  • Outdoorjacken
  • Lebensmittelverpackungen (z.B. Pizzakartons)
  • Kosmetika
  • Feuerlöschschaum

Mikroplastik

Mikroplastik sind winzige Kunststoffpartikel unter 5 mm Grösse. Sie werden:

  • Absichtlich zugesetzt: In Kosmetik, Reinigungsmitteln, Farben
  • Unabsichtlich erzeugt: Durch Abrieb von Reifen, Textilien, Verpackungen

Welche Produkte sind betroffen?

EU-Verbot für absichtlich zugesetztes Mikroplastik

ProduktkategorieVerbotsdatumBeispiele
Glitzer/PaillettenOktober 2023Glitzerkosmetik, Deko
Peeling-ProdukteOktober 2023Gesichtspeelings, Duschgels mit Mikroperlen
Kunstrasen-Granulat2031Sportplätze, Gärten
Kosmetik allgemein2027-2035Lippenstifte, Cremes, Make-up

PFAS-Beschränkungen (in Planung)

ProduktkategorieStatus
KosmetikaEU-Verbot in Diskussion, Schweiz folgt
Textilien (wasserfest)Beschränkungen geplant
LebensmittelverpackungenTeils bereits verboten
Antihaft-BeschichtungenKeine kurzfristigen Verbote

Gesundheits- und Umweltrisiken

Warum sind PFAS problematisch?

RisikoDetails
PersistenzWerden in der Umwelt nicht abgebaut - Hunderte bis Tausende Jahre
BioakkumulationReichern sich im Körper an (Blut, Organe)
GesundheitseffekteVerdacht auf Krebs, Schilddrüsenprobleme, Immunschwäche
VerbreitungBereits in Trinkwasser, Böden und Blut fast aller Menschen nachweisbar

⚠️ PFAS in der Schweiz

Studien zeigen: PFAS sind auch in Schweizer Gewässern und im Trinkwasser nachweisbar - meist unter den Grenzwerten, aber die Langzeitfolgen der alltäglichen Exposition sind noch nicht vollständig erforscht.

So erkennen Sie PFAS und Mikroplastik

Auf dem Etikett achten auf:

SubstanzTypische Namen auf Etiketten
PFASPTFE, Perfluoro..., Polyfluoro..., Fluoropolymer
MikroplastikPolyethylene (PE), Polypropylene (PP), Nylon, Acrylates Copolymer

Apps und Hilfsmittel

  • ToxFox App (BUND): Scannt Barcodes und zeigt problematische Inhaltsstoffe
  • CodeCheck App: Bewertet Kosmetika und Lebensmittel
  • INCI-Listen online prüfen: Inhaltsstoffe einzeln recherchieren

Alternativen: PFAS- und mikroplastikfrei einkaufen

Kosmetik

ProduktAlternative ohne PFAS/Mikroplastik
PeelingMit Zucker, Salz, Aprikosenkernen
LippenstiftNaturkosmetik-Marken (ohne PTFE)
FoundationMineralische Foundations
SonnencremeMineralischer UV-Schutz (Zinkoxid)

Haushalt

ProduktPFAS-freie Alternative
TeflonpfanneGusseisen, Edelstahl, Keramik-Beschichtung
BackpapierUngebleichtes Backpapier, Dauerbackfolie aus Silikon
OutdoorjackePFC-freie Imprägnierung (viele Outdoor-Marken bieten das an)
LebensmittelbehälterGlas, Edelstahl statt Plastik

Tipps für den Alltag

5 einfache Schritte zu weniger PFAS/Mikroplastik

  1. Naturkosmetik wählen - Labels wie BDIH, NaTrue, Ecocert garantieren Freiheit von problematischen Stoffen
  2. Fast Food reduzieren - Verpackungen oft PFAS-beschichtet
  3. Textilien vor dem Tragen waschen - Entfernt einen Teil der Chemikalien
  4. Kochgeschirr prüfen - Alte Teflonpfannen mit Kratzern ersetzen
  5. Leitungswasser trinken - In der Schweiz streng kontrolliert

✅ Die gute Nachricht

Viele Hersteller reagieren bereits auf die Verbote und steigen auf Alternativen um. Achten Sie auf Labels wie «PFAS-frei», «PFC-frei» oder «ohne Mikroplastik».

Häufige Fragen

Sind alle PFAS gleich gefährlich?

Nein, es gibt Tausende verschiedene PFAS mit unterschiedlichen Eigenschaften. Einige sind nachweislich schädlicher als andere. Das Problem: Für viele fehlen noch ausreichende Daten.

Muss ich jetzt alle meine Teflonpfannen wegwerfen?

Nicht unbedingt. Solange die Beschichtung intakt ist, werden kaum PFAS freigesetzt. Ersetzen Sie Pfannen mit Kratzern oder verwenden Sie generell Holz-/Kunststoffküchenhelfer.

Ist Schweizer Trinkwasser sicher?

Ja, das Schweizer Trinkwasser gehört zu den sichersten der Welt. PFAS-Werte werden überwacht und liegen meist weit unter den Grenzwerten. Trotzdem wird das Monitoring weiter ausgebaut.

Kann ich PFAS aus meinem Körper entfernen?

PFAS werden nur sehr langsam abgebaut (Halbwertszeit im Körper: Jahre). Am besten reduzieren Sie die weitere Aufnahme. Der Körper baut sie dann langsam ab.

Fazit: Bewusster Konsum lohnt sich

Die neuen Verbote sind ein wichtiger Schritt für Umwelt und Gesundheit. Als Konsumenten können Sie durch bewusste Kaufentscheidungen viel bewirken.

Unsere Empfehlungen:

  • Inhaltsstoffe auf Etiketten prüfen
  • Zu PFAS-freien Alternativen greifen
  • Naturkosmetik bevorzugen
  • Einweg-Verpackungen vermeiden
  • Bei Outdoor-Produkten auf PFC-freie Optionen achten

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über aktuelle Produktregulierungen. Die genannten Verbote und Beschränkungen können sich ändern. Stand: März 2026.

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